Vertreter*innen von Vereinen und von Fördermittelgebern kamen am 22. November auf Einladung des House of Resources Berlin zusammen, um in neutralem Rahmen miteinander sprechen zu können – unabhängig von aktuellen Ausschreibungen oder Anträgen. Die Offenheit der Fördermittelgeber für den Austausch mit Antragstellern wurde von den größtenteils ehrenamtlich tätigen Teilnehmenden sehr begrüßt, die sich freuten, bei der Veranstaltung die „Gesichter hinter den Geldgebern zu sehen, wie eine Teilnehmerin es ausdrückte.

Auch die Fördermittelgeber empfanden die persönliche Begegnung mit (potenziellen) Projektträgern als Bereicherung und konnten viele Fragen beantworten und Inspirationen mitnehmen.

Sechs öffentliche und private Fördermittelgeber – das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ bzw. die Koordinierungsstelle für Partnerschaft für Demokratie Friedrichshain-Kreuzberg, der Integrationsfonds des Bezirks Mitte, Aktion Mensch, der Fonds „Auf Augenhöhe“ und die Stiftung :do – waren anwesend, um mit den Vereinen in den Austausch zu gehen.

Der Impulsvortrag „Wer tut hier eigentlich wem einen Gefallen? Einige Gedanken über die jeweiligen Perspektiven von Fördermittelgebern und Projektträgern bei der Zusammenarbeit im Fördermittelbereich“ durch den Referenten Daniel Pichert gab einen Einstieg in die Thematik und wies u.a. auf die Problematiken von reiner Projektförderung hin – mit besonderem Schwerpunkt auf den schwierigen Übergang der Förderung kleiner Projekte hin zu größeren Summen, über die beispielsweise auch Personal und Büromieten finanziert werden können. Ist eine mögliche Lösung vielleicht die Förderung von Stipendien für hoch engagierte Vereinsmitglieder?

An Thementischen wurde sich dann in drei Themenblöcken von der Förderrichtlinie über das Antragsverfahren bis zur Zusammenarbeit während der Projektförderung darüber ausgetauscht, warum Förderprogramme so angelegt sind, wie sie sind, und wo sich Hürden für kleine Projektträger verbergen. Es herrschte eine konstruktive und offene Atmosphäre, die die Prämisse der Veranstaltung, dass Fördermittelgeber und Projektträger dasselbe Ziel verfolgen und einander für das Erreichen dieses gemeinsamen Ziels brauchen, bestätigte.

In den abschließenden Fazits teilten die Teilnehmenden mit, dass es für alle notwendig und hilfreich sei, verstärkt antragsunabhängig in den Dialog zu kommen.

Seitens der Fördermittelgeber gab es die Erkenntnis, dass es trotz der oft umfangreichen Infos auf Webseiten, dennoch erheblichen Fragebedarf seitens der Vereine gibt. Auch um die Qualität der Anträge zu erhöhen, erscheint mehr Austausch und niedrigschwelliger Erreichbarkeit erstrebenswert.

Es wurde außerdem diskutiert, dass gesellschaftliche Veränderungen langsam vonstattengehen, und die Wirkung von Projekten insofern nicht sofort messbar ist. Dies widerspricht sich aber mit dem Bedürfnis der Fördermittelgeber, zum Ende der Förderperiode handfeste Ergebnisse zu sehen.

Die Vertreter*innen von Vereinen äußerten den Wunsch nach allgemeiner und unabhängiger Beratung in Form intensiver Begleitung, niedrigschwelligen Anträge (in unterschiedlichen Sprachen), und während der Durchführung weniger gestaffelte Mittelabrufe oder verspätete Zahlungen erst nach Projektbeginn seitens der Mittelgeber

Die rund 60 Teilnehmenden hatten sich viel zu sagen und konnten den Austausch bei einem kleinen Imbiss im informellen Rahmen fortsetzen.

Als Projektträger, Weiterleiter von Fördermitteln und Berater bei der Antragstellung kennt das House of Resources Berlin die verschiedenen Perspektiven auf die Zusammenarbeit von Projektträgern und Fördermittelgebern. Die Veranstaltung ist aus der Überzeugung heraus entstanden, dass diese Zusammenarbeit umso zielführender ist, je besser sich alle Beteiligten gegenseitig kennen und verstehen. Wir freuen uns, mit dem Fördermitteldialog einen Beitrag zu einem besseren gegenseitigen Verständnis von Fördermittelgebern und Projektträgern geleistet zu haben.

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